Monitorpodest mit Schubladen

Unsere Tochter hat mich gefragt, ob ich ihr ein Podest bauen könnte, auf das sie ihren Computermonitor stellen könne, da der nicht ausreichend höhenverstellbar ist.

Es sollte nicht so aufwändig sein, sagte sie. So wie es für mich am einfachsten ist, sagte sie …

Ich dachte mir aber, wenn, dann sollte es was Vernüntiges sein, und da ich natürlich weiß, dass Lila ihre Lieblingsfarbe ist, habe ich das mit einfließen lassen.

Einfach eine Kiste, das wäre ja verschwendeter Platz. Und so kleinen Stauraum auf dem Schreibtisch kann man immer brauchen, also integrierte ich noch die Schubladen.

Die Maße waren mehr oder weniger vorgegeben durch die Größe des Monitorfußes und die von ihr gewünschte Höhe.

Vorlage erstellen

Vorlage erstellen
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Vorlage mit SketchUp

Zunächst habe ich anhand der vorgebenen Maße in Sketchup einen Entwurf erstellt.
Der Monitorfuß ist oval 33cm x 19cm, und das Podest sollte 10cm hoch sein. Von der Grundfläche habe ich jeweils noch 1cm zugegeben.Beim Entwurf machte ich mir schon Gedanken zum Material: Das Podest sollte aus 12mm Multiplex entstehen, die Schubladen aus 6mm Sperrholz.

Materialzuschnitt - die Erste

Materialzuschnitt - die Erste
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Zuschnitt des Multiplex auf der Tischkreissäge

Für den Zuschnitt verwendete ich die Tischkreissäge.
Zunächst schnitt ich Brett von 20cm Breite, daraus dann die Einzelteile.

Kante fräsen

Kante fräsen
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Um an der Rückseite eine 3mm Pressspanplate als Rückwand bündig einsetzen zu können, habe ich eine Kante von 3mm mit Hilfe meines selbst gebauten Oberfräasentischeseingefräst.

Leider ist mir dabei die Kannte beim Multiplex etwa ausgefranst. 
Ob es schlicht an meiner Unerfahrenheit lag, oder am Material, weiß ich nicht.

Da die Kanten aber im inneren der Box später nicht mehr sichtbar sind, war das nicht so tragisch.

Zusammenbau des Podestes

Zusammenbau des Podestes
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Verleimung mit Minidübelhilfe

Beim Zusammenbau des Korpus kam meine selbst gebaute Minidübelhilfe zum Einsatz.
Dafür halte ich die Dübelhilfe mit einer Zwinge fest und bohre die Löcher von einer Seite durch die Dübelhilfe.
Am Gegenstück zwinge ich die Dübelhilfe von der anderen Seite an, um in entgegengesetzter Richtung durch zu bohren. Dadurch passen die Löcher, auch bei leichter Ungenauigkeit der Dübelhilfe, trotzdem noch recht gut zusammen.Den Mittelsteg verleimte ich ohne Dübel, der wurde nur positioniert.

Der Deckel erhielt auch zwei Minidübel.

Als Minidübel kommen hier Schaschlikspieße mit 3mm Durchmesser zum Einsatz.

Rückwand

Rückwand
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ausgefräste Kante für die Rückwand

Für die Rückwand hatte ich ja in einem vorherigen Arbeitsschritt schon die Kanten in den Rahmen gefräst.
Leider ist mir dabei ein Fehler unterlaufen. Die Kante läuft bis zum Rand. Dazu später mehr.Für die Rückwand hatte ich noch ein Stück Pressspan von einer alten Schrankwand übrig, die ich auf der Tischkreissäge auf Maß sägte.

Die Rundungen, die durch das Fräsen an den Ecken in den Kanten waren, waren mit Schleifpapier schnell von der Rückwand weggeschmiergelt.

Befestigt habe ich die Rückwand mit kleinen Polsternägeln. Damit die nicht unkontroliert oder schief ins Holz gehen, habe ich die mit 1mm vorgebohrt.

Materialzuschnitt - die Zweite

Materialzuschnitt - die Zweite
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Die zugeschnittenen Brettchen für die Schubladen

Nun kamen die Schubladen dran.
Wie schon erwähnt, sollten die aus 6mm Sperrholz entstehen.
Für jede Schublade 2x Seite, Front, Rücken und Boden, das macht insgesamt 10 Brettchen, die auf der Tischkreissäge aber schnell zugeschnitten waren.

Griffloch

Griffloch
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Gebohrt mit dem Forstnerbohrer

Das ganze Projekt sollte ja relativ einfach gehalten werden, die Tochter wollte ja nicht, dass ich mir viel Arbeit mache. Also entschied ich mich dafür, keine Griffe oder Knöpfe zu montieren, sonder zum Herausziehen der Schubladen einfache Grifflöcher vorzusehen.

Der Forstnerbohrer war dafür das Werkzeug der Wahl.

Die Grifflöcher habe ich dann noch rund geschmiergelt, dass man keine harten kannten am Finger beim rausziehen hat.

Zusammenbau der Schubladen

Zusammenbau der Schubladen
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Einsatz der Minidübelhilfe

Für den Zusammenbau der Schubladen habe ich mir eine noch kleinere Version meiner Minidübelhilfe gebaut. Es sollten zwar auch wieder die 3mm Schaschlikspieße verwendet werden, aber eben nur auf 6 mm Sperrholz. Also musste noch eine Miniminidübelhilfe her.

Das Zusammenstecken und Verleimen erfolgte dann genauso, wie beim Korpus.
Damit alles halbwegs winklig wird und bleibt, kommen die Zwingen zum Einsatz.

Schleifen

Schleifen
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So ein paar kleine Ungenauigkeiten hatten sich eingeschlichen, wo Kanten nicht 100%ig passten. Ebenso waren die Kanten vom Sägen etwas rau. 
Auf meinem selbstgebauten Schleiftisch habe das mit 240 Schleifpapier auf der Platte sanft bereinigt.

Murks ausbessern

Murks ausbessern
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durchgefräste Kante

Wie vorher schon erwähnt, hatte ich leider beim Fräsen der Kanten zu viel Schwung und habe bis zum Rand gefräst.

Der zweite Murks: beim Bohren für die Minidübel habe ich bei einer Schubladenfront zu weit gebohrt und war an der Frontseite raus gekommen.

Beide Fehler besserte ich mit einem Gemisch aus Holzleim und Schleifmehl aus. Als es trocken und ausgehärtet war, habe ich wieder plan geschliffen.

Farbe drauf

Farbe drauf
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Wie eingangs schon erwähnt, ist Lila die Farbe der Wahl bei unserer Tochter. Also malte ich die Fronten der Schubladen mit Acrylfarbe an.
Damit es schön deckt und eine einheitlich Fläche ergab, habe ich 3 Lagen gestrichen.Den Korpus habe ich natur belassen. Der sollte zwar ursprünglich etwas dunkler werden, aber ich fand den Kontrast der hellen Birke mit den lila Fronten so o.k.